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Duisburg Innenhafen - 20.01.2012
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Jugend interpretiert Kunst
Es ist wieder soweit: Im MKM Museum Küppersmühle wird am 9. Februar um 19.00 Uhr zum elften Mal der Deutsche Bank Stiftung Jugend-Kunst-Preis für den Wettbewerb „Jugend interpretiert Kunst“ vergeben. Schüler aus ganz Deutschland haben die Werke im MKM hautnah erlebt und stellen sich mit einer eigenen Ausstellung ihren großen Herausforderern: Georg Baselitz, Anselm Kiefer, Gerhard Richter und weiteren Künstlern des MKM. Der höchstdotierte deutsche Kunstpreis für Schulen mit Preisgeldern von 5.000, 2.000 und 1.000 EUR für die drei besten Werke ist mittlerweile eine feste Institution in der Förderlandschaft der Bundesrepublik. Aus dem Jahresprogramm des MKM ist das Projekt schon lange nicht mehr weg zu denken.
Konzept
„Jugend interpretiert Kunst. Deutsche Bank Stiftung Jugend-Kunst-Preis“ ist ein ambitioniertes, intensives Kunstvermittlungsprojekt. Mehrere Tausend Schulen aus ganz Deutschland werden jährlich eingeladen, sich zu bewerben. 20 Teilnehmer werden per Los ermittelt und besuchen das Museum Küppersmühle über das ganze Jahr hinweg. Dabei werden sie kunstpädagogisch und organisatorisch betreut. Die Schüler setzen sich mit den im MKM präsentierten Künstlern und ihren Werken auseinander, können die Kunstwerke in aller Ruhe betrachten und vergleichen, Fachleute mit Fragen bestürmen und schließlich die eigene Kreativität unter Beweis stellen.
Jede Schule verbringt einen Tag im Museum Küppersmühle und wird dort mit den verschiedenen Richtungen und Entwicklungen der Kunst nach 1945 konfrontiert. Unsere erfahrene Kunstpädagogin vermittelt Hintergrundkenntnisse und betreut die Jugendlichen zusammen mit ihren Lehrern während des ganztägigen Aufenthalts im Museum. Im Anschluss haben die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, innerhalb eines Zeitraums von acht Wochen ihren Tag im Museum zu diskutieren, zu bewerten und ihre eigene Interpretation in einer frei gewählten Arbeit mit künstlerischen Mitteln darzustellen. Über die Auseinandersetzung innerhalb des Teams soll eine spannende Idee eigenständig entwickelt, vorbereitet und umgesetzt werden. Seinen Abschluss findet das Projekt in einer gemeinsamen Ausstellung aller 20 teilnehmenden Schulen im Museum Küppersmühle. Eine hochkarätige Fachjury (die Künstler Abraham David Christian und Tony Cragg, Werbeagentur-Chef Coordt von Mannstein, Direktor Walter Smerling und Sammlerin Sylvia Ströher) prämiert die Gewinner des Wettbewerbs, der während der feierlichen Ausstellungseröffnung am 9. Februar um 19.00 Uhr bekannt gegeben werden. Die Schüler erhalten nicht nur die Gelegenheit, zeitgenössische Kunst hautnah kennen zu lernen und neues Wissen und Kreativität zu entfalten, sondern wir möchten auch Teamwork, Organisationstalent und Verantwortlichkeit für ein gemeinsames Projekt fördern. Ein intensiver Prozess des Kennen- und Verstehenlernens von zeitgenössischer Kunst zeichnet diesen umfangreichen nationalen Jugendkunstwettbewerb aus. „Nah dran“ heißt die Devise: keine Scheu vor zeitgenössischer Kunst, vor neuen Themen, vor unbekanntem Terrain. Kulturelle Bildung, so lautet das Credo der Deutsche Bank Stiftung, die das Projekt ermöglicht, ist keine Beigabe, sondern essentielle Grundlage für die Entwicklung von Denkfähigkeit und Kreativität. Und der Zugang hierzu eröffnet sich nun einmal besonders gut über die unmittelbare und persönliche Begegnung mit der Kunst.
Teilnehmende Schulen
1. Anna-Warburg-Schule, Hamburg (HH) 2. Berufskolleg Rheine (NRW) 3. Elisabeth-von-Thüringen-Gymnasium, Köln (NRW) 4. Ellenrieder-Gymnasium, Konstanz (BaWü) 5. Emil-von-Behring-Gymnasium, Großhansdorf (SH) 6. Goethe-Schule, Flensburg (SH) 7. Gymnasium Buckhorn, Hamburg (HH) 8. Gymnasium Sarstedt (NI) 9. Gymnasium Wilnsdorf (NRW) 10. Humboldt-Gymnasium, Köln (NRW) 11. IGS Querum, Braunschweig (NI) 12. Johannes-Kepler-Realschule, Wendlingen (BaWü) 13. Johan-Rist-Gymnasium, Wedel (SH) 14. Kurt-Huber-Gymnasium, Gräfelfing (BaWü) 15. Platen-Gymnasium, Ansbach (BY) 16. Rabanus-Maurus-Schule, Fulda (HE) 17. Realschule Heimbachstraße, Troisdorf (NRW) 18. Realschule Pfalzgrafenweiler (BaWü) 19. Städtische Gesamtschule Solingen (NRW) 20. Städtisches Mercator Gymnasium, Duisburg (NRW)
Mitglieder der Jury
Abraham David Christian: Künstler Abraham David Christian, zweifacher documenta-Teilnehmer mit internationaler Ausstellungstätigkeit, ist mit einem bedeutenden Sammlungsraum im MKM und mit zahlreichen Werken in der Sammlung Ströher vertreten. Der Künstler, der in Düsseldorf, New York und Hayama/Japan lebt und dort Werkstätten unterhält, setzt sich auf weltweiten Exkursionen mit den Traditionen Asiens, Afrikas, Europas und Amerikas auseinander. Seine Arbeiten zeugen von der tiefen Kenntnis fremder Kulturen und der intensiven Beschäftigung mit dem kulturübergreifenden menschlichen Formenschatz. Die Bandbreite seiner Werke reicht von kleinen Papierskulpturen über Zeichnungs-Zyklen bis zu monumentalen Bronzeplastiken. Lehrtätigkeiten u.a. an der Keio University, Tokyo, Japan; Universität Yamaguchi, Japan; National Art University Hangzhou, China; Seoul National University, Korea; Kunstakademie Düsseldorf; Hochschule für Gestaltung (HfG) Pforzheim.
Anthony Cragg: Künstler Der gebürtige Liverpooler Anthony Cragg ist einer der einflussreichsten Bildhauer unserer Zeit. Sein Werk zeichnet sich durch eine enorme Vielfalt an Formen, Techniken, Oberflächenstrukturen und Materialität aus. Bauschutt, Abfall, Ton, Glas, Kunststoff, Stein, Holz oder Bronze – alles kann bei Cragg Skulptur werden. Der Künstler arbeitete vor seinem Kunststudium zunächst als Labortechniker in der Chemieindustrie. Seit den späten 1970er Jahren lebt und arbeitet er in Wuppertal, wo er 2008 den Skulpturenpark Waldfrieden eröffnete. Cragg hat weltweit in zahlreichen bedeutenden Museen ausgestellt und an mehreren Ausgaben der documenta und der Biennale von Venedig teilgenommen. Er ist Mitglied der Londoner Royal Academy und Träger des Praemium Imperiale für Skulptur, des „Nobelpreises“ für Bildhauerei.
Coordt von Mannstein: Agentur-Chef Coordt von Mannstein ist Inhaber der renommierten Kommunikationsagentur von Mannstein, die er 1968 gründete. Zuvor hatte er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Design studiert. 1974-2002 war er zudem als Universitätsprofessor für Kommunikationsdesign an der Universität GH Essen (heute Folkwang Universität der Künste) tätig. Mannstein, der das Visuelle als seine Triebfeder bezeichnet und dem emotionalen Zugang großen Stellenwert einräumt, hat Kampagnen für Politiker wie Helmut Kohl ebenso realisiert wie für Aston Martin oder das Deutsche Rote Kreuz. Zahlreiche bekannte Marken-Zeichen und Firmensignets stammen aus seiner Feder, so z.B. das offizielle Emblem der Olympischen Spiele München 1972, das heute noch als Glücksspirale eingesetzt wird.1999 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Walter Smerling: Museumsdirektor Walter Smerling studierte nach seiner Banklehre Betriebswirtschaft und Kunstgeschichte, gefolgt von einer TV-Hospitanz beim SWF. Er arbeitete als Autor, Regisseur und Moderator für das Fernsehen mit dem Schwerpunkt Kunst und Kultur. 1980-84 war er Vorstand im Bonner Kunstverein. Seit dieser Zeit ist er als Kurator und Ausstellungsmacher tätig und organisiert Ausstellungen und anderweitige Kulturprojekte im In- und Ausland. Smerling ist Vorsitzender der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Bonn, die er 1986 mit Gleichgesinnten gründete und die u.a. seit 1999 das Museum Küppersmühle betreibt. Seither steht er dem Museum als Direktor vor. Seit 2002 ist er zudem künstlerischer Leiter des Kunstprojekts Salzburg und seit 2010 Honorarprofessor für Kunst- und Kulturvermittlung an der Universität Witten/Herdecke.
Sylvia Ströher: Sammlerin Sylvia Ströher ist Sammlerin aus tiefster Überzeugung. Die Sammlung Ströher, die in wesentlichen Teilen im Museum Küppersmühle präsentiert wird, ist eine der umfangreichsten privaten Sammlungen deutscher Nachkriegskunst. Sie umfasst mit rund 1.500 Werken zentrale Positionen der Kunstentwicklung in Deutschland, ausgehend von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Zahlreiche Künstler der Sammlung gehören nicht nur in Deutschland, sondern auch international zu den bedeutendsten. Der Schwerpunkt liegt auf der Malerei, aber auch Fotografie und Bildhauerei sind vertreten. Derzeit sind im MKM in 15 Räumen mit rund 2.500 qm Werke und Werkgruppen der Sammlung von Sylvia Ströher und ihrem Mann Ulrich zu sehen.
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